Christen in der Wirtschaft
- Text Auszug -
«Ihnen kann geholfen werden»
Krisen professionell managen (lassen)
Krisen treffen Unternehmer und Selbständige meist plötzlich – und oft auch hart. Der Autor, selbst krisenerfahrener Ex-Unternehmer, macht Mut, mit Nüchternheit, Disziplin und professioneller Hilfe dem scheinbar Unabwendbaren entgegenzutreten.
Vor wenigen Wochen noch schien in Ihrem Leben das helle Licht des Erfolges. Sie hatten ausreichend Geld, waren positiv und haben voller Hoffnung in die Zukunft gesehen. Was kostete die Welt? Was konnte schief gehen? Das war einmal! Das Lager ist voller Ware, die sich schlecht bis gar nicht «dreht». Das Firmenkapital ist dort zum großen Teil gebunden. Die Forderungsausfälle kann kein Mensch verkraften. Fast kein Kunde bezahlt pünktlich; einige werden niemals bezahlen. Zahlungsklagen dauern lange und kosten Geld, das aber nicht mehr in ausreichendem Maße vorhanden ist. Der Wettbewerb ist härter geworden, die Preise sind im Keller und neue Aufträge zu akquirieren wird immer schwieriger.
Der Lieferantenkredit ist ausgeschöpft; die Kontokorrentlinie ausgereizt. Was tun? Die Bank will weitere Sicherheiten, so sie überhaupt bereit ist, Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Bank hat gar schon gekündigt? Ihr Lebenspartner soll eine Bürgschaft unterzeichnen? Sie haben kaum noch genügend Geld, um die Löhne und Gehälter zu zahlen? Sozialabgaben und Steuern sind überfällig. Nachts kommen dunkle Schatten, der Schlaf wird unruhiger, wird unregelmäßiger und bleibt fast ganz aus. Die Zukunftsangst hat Sie fest im Griff; und mit Ihnen Ihre ganze Familie. Alles geht verloren, das Haus, die Reputation, Ihre Partnerschaft, andere soziale Bindungen?
Kann überhaupt jemand nachempfinden, wie es Ihnen geht? Was werden Sie tun? Ihr Haus beleihen, alles noch Vorhandene versilbern und Ihr letztes Geld in die Firma stecken – und damit doch nichts erreichT? Es ist keine Hilfe in Sicht, bestenfalls der gut gemeinte Rat, Insolvenzantrag zu stellen. Aber haben Sie die Insolvenz nicht vielleicht schon verschleppt? Werden Sie gar noch bestraft? Und nun: Alles beenden? Insolvenzantrag stellen? Bestrafung? Gefängnis? Glauben Sie nun, dass Gott Sie verlassen hat? Hat er nicht! Sie kennen nur den Ausweg nicht.
Jeden kann es treffen
So schlimm wie vorstehend geschildert ist es häufiger, als man zu vermuten geneigt ist. Sie atmen unwillkürlich auf, wenn Sie solche Schilderungen lesen, aber nicht selbst betroffen sind. Ein angenehmes Gefühl. Aber kann es Ihnen nicht genauso ergehen? Haben Sie Krisenprävention betrieben?
Sehr oft halten selbst gestandene Unternehmer und Selbständige Existenzbedrohendes für ihre Unternehmen für sehr wenig wahrscheinlich. Das Auftauchen einer Krise wird nicht ins Kalkül gezogen, so dass in den seltensten Fällen eine rechtzeitige Krisenprävention vorgenommen wird. Somit tritt der Krisenfall meistens unerwartet und häufig mit verheerenden Konsequenzen für Firmen und Unternehmer ein.
Das nachfolgend Geschilderte soll einen kleinen Überblick über das Entstehen und die Konsequenzen einer Krise sowie deren Bewältigung geben.
Vorweg: Alles lässt sich regeln. Verzweiflung und Kurzschlussreaktionen sind fehl am Platze; Ihnen kann geholfen werden.
Die Ausbildung an den Hochschulen erstreckt sich fast ausschließlich auf eine störungsfrei funktionierende Betriebswirtschaft; sie beschäftigt sich jedoch nicht mit dem Krisenmanagement. Das gilt leider auch für die überwiegende Mehrzahl der Berater. Eines Tages stellen wir fest, dass unsere Geschäftsergebnisse beginnen, sich negativ zu verändern. Als erstes Indiz bemerken wir eine sich sehr schnell verschlechternde Liquidität, was zurückgeführt werden kann auf:
- Fehler im Management
- zu späte Reaktion auf Veränderungen
- keine Kostenkontrolle
- zu hohe Lagerbestände
- falsche Ausgabenpolitik
- zu schnelle Expansion
- Umsatz und Rohertragsrückgänge
- zu viele Mitarbeiter
- Unproduktivität
Es ist niemals aussichtslos»
Der Unternehmer gerät unter Druck, seine Aktionen sind von der Krise geprägt, es kommt daher zu häufigen Fehlentscheidungen, die das Unternehmen weiter schädigen. Zielgerichtetes Verhalten und entsprechende Entscheidungen werden nicht mehr gefällt, das Unternehmen steuert immer tiefer in die Krise. Der Unternehmer fürchtet um sein Sozialprestige. Er versucht, um jeden Preis den Schein aufrecht zu halten.
Psychosomatische Störungen und Schlaflosigkeit sind unvermeidbar. Das gesamte Privatleben wird in Mitleidenschaft gezogen, bis hin zum Bruch sozialer Bindungen. Durch Einsatz krisenerfahrener Berater kann die subjektiv als aussichtslos empfundene Lage in der Regel zumindest so weit bereinigt werden, dass die wirtschaftliche Existenz des Unternehmers gewährleistet ist und das Unternehmen wie bisher oder in anderer Form weitergeführt werden kann.
Maßnahmen ergreifen
- Analyse des Unternehmens und der Ursachen für die Probleme
- Erstellung eines Konzeptes über die weitere Vorgehensweise
- Fortführung (Sanierung) des Unternehmens mit Erstellung eines Sanierungskonzeptes und einer Fortführungsprognose
- Gründung einer Auffanggesellschaft
- Neugründungen bei persönlichen Insolvenzverfahren
- Neugründungen in Partnerschaften
- Liquidation des Unternehmens
- Stellung eines entsprechend vorbereiteten Insolvenzantrages
Die Einleitung eines Insolvenzverfahrens sollte niemals unvorbereitet und ohne gründliche Prüfung erfolgen, ähnlich einer Operation, welche auch nur erfolgt, wenn andere Maßnahmen zu keinem Erfolg mehr führen. Alle Maßnahmen richten sich an folgenden Prinzipien in der nachstehenden Reihenfolge aus:
- Wirtschaftliches Überleben des Unternehmers möglichst ohne Strafverfahren
- Erhalt des Unternehmens unter Beibehaltung möglichst vieler Arbeitsplätze
- Sicherung des Unternehmens und Herstellung von Strukturen, mit denen es überlebensfähig wird
Dem Einzelfall entsprechende Konsolidierungsmaßnahmen werden erarbeitet und durchgeführt. Unausweichlich ist die persönliche Betreuung der Unternehmer und der Unternehmen. Sie erkennen, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind, und dass durchaus Abhilfe geschaffen werden kann. Die Betreuung muss auf jeden Fall durch außenstehende Berater erfolgen. Der Berater ist wie ein unbeteiligter Dritter und kann somit sachlich und zielorientiert handeln, während der Betroffene immer persönlich angegriffen wird, das Risiko trägt und unter Selbstzweifeln leidet.
Was wirklich zu geschehen hat, ergibt die Analyse des Einzelfalles. Sicher ist jedoch: Auch wenn es subjektiv schlecht aussieht, es ist niemals aussichtslos. Wirkungsvolle Hilfe ist immer möglich.